FAQ - Häufig gestellte Fragen

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Steckbrief zu Intestinale Enterokokken im Trinkwasser

Allgemeines
Intestinale Enterokokken spielen in der Wasserhygiene eine wichtige Rolle. Zu diese Bakterien gehören viele Vertreter, die im Wasser als Hygieneindikatoren eine hohe Relevanz haben. So wird das Auftreten von Intestinale Enterokokken als Indikator für eine länger zurückliegende Fäkalkontamination gesehen. Enterokokken gehören auch zur Flora von z.B. Insekten, die auch eine Kontamination des Trinkwassers verursachen können.
In der Trinkwasserverordnung wird die Abwesenheit von Intestinale Enterokokken (0 KBE/100 ml) gefordert. Bei einem positiven Ergebnis von Intestinale Enterokokken sind sofort geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ein positiver befund von Intestinale Enterokokken in einer Trinkwasserprobe nach Trinkwasserverordnung muss dem zuständigen Amt gemeldet werden.

Eigenschaften

  • Kokkenenförmige Bakterien
  • Gram-positiv
  • Oxidase-negativ
  • Katalase-negativ

Herkunft / Auftreten

  • In unserer Umwelt weit verbreitet (z. B. Erde, Pflanzen und Oberflächenwasser)
  • Können auch ein Indikator für das Eindringen von Insekten sein

Bedeutung

  • Hygieneindikatoren (für länger zurückliegende Kontaminationen)

Wichtig

  • Auftreten in Hanffasern, welche oft zum Abdichten von Schraubsystemen verwendet werden und bei unsachgerechter Anwendung zu einer Kontamination führen können.
  • Besitzen eine lange Überlebensfähigkeit in Ablagerungen und Biofilmen

Vermehrungsbedingungen

  • Temperatur:
    • Optimum: im Allgemeinen bei +30 °C bis +37 °C
    • Minimum: meist +7 °C (abhängig vom Vertreter, Ausnahmen sogar bis 0 °C)
    • Im Allgemeinen keine Vermehrung über +50 °C
  • pH-Wert: Wachstum bei 5,5 bis 9,0 (abhängig vom Vertreter, Ausnahmen sogar bis pH 4,4)
  • aw-Wert: Vermehrung bei hoher Wasseraktivität von min. 0,95
  • Sauerstoffbedarf: Wachstum mit und ohne Sauerstoff (fakultativ anaerob)

Abtötung durch Erhitzen

  • Bei +72 °C für min. 2 Minuten Einwirkzeit werden vegetative Bakterien abgetötet (Achtung: Kerntemperatur kontrollieren)
Mögliche Ursachen für überhöhte Keimzahlen Vorschläge für Maßnahmen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser am Wasserauslauf
Wasserauslauf bzw. Armatur verunreinigt (auch Perlator berücksichtigen)
  1. Falls Perlator vorhanden: ausbauen und desinfizieren. Je nach Zustand ersetzen
  2. Verunreinigungen und/oder Biofilme entfernen
  3. Wenn möglich letztes Stück vom Wasserablauf nach der Reinigung zusätzlich abflamme
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser (Ursache im Leitungsnetz)
Leitungsnetz (Hausinstallation) verunreinigt, stehendes Wasser im System oder enthält einen Biofilm
  1. Eventuell Stufenuntersuchungen durchführen, um die Stelle der Kontamination im Leitungsnetz besser zu identifizieren
  2. Fachfirma oder Haustechnik mit Ursachenfindung beauftragen
  3. Desinfektion durchführen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Trinkwasser oder Prozesswasser aus Leitungsnetz (Ursache sind eingebaute Teile/Anlagen)
In der Hausinstallation befinden sind verunreinigte Filter und/oder Anlagen zur Wasseraufbereitung (z.B. Wasserenthärtungs- und Aufhärtungsanlagen, Filter-, Destillations-, UV-Systeme)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Aufbereitungsanlage
  2. Prüfung der Wartungsintervalle, eventuell Filterwechsel
  3. Fachfirma oder Haustechnik mit Prüfung/Wartung beauftragen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Trinkwasser aus Eigenwasserversorgungsanlagen, d.h. aus eigenen Brunnen und Quellen

Verunreinigung durch Eingriff/Reparatur in der Quellfassung/Brunnenstube

Verunreinigung nach Starkregen (Verunreinigung durch Oberflächenwasser)

Verunreinigung durch Baumängel in der Quellfassung/Brunnenstube (Undichtigkeit, altersbedingte Abnutzungen)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Quellfassung/Brunnenstube und Umgebung
  2. Regelmäßige Kontrolle der Eigenwasserversorgungsanlage, besonders nach möglichen wetterbedingten Einflüssen (Starkregen, lange Trockenheit)
  3. Turnusmäßig die vom Gesundheitsamt geforderte Kontrolle durchführen
  4. Fachfirma in sinnvollen Abständen mit Reinigung und Desinfektion der Quellfassung/Brunnenstube beauftragen
  5. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Scherbeneis, Crushed Eis und Eiswürfeln
Hygienemängel:

in der Maschine inkl. Arbeitsgegenstände
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Maschinen und Verbindungsschläuche. Dazu ist es in der Regel auch erforderlich Teile der Maschinen auseinander zu bauen
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Maschinen und Einzelteile (eventuell durch Fachfirma)
  4. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgegenstände (z.B. Schaufel)
  5. Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  6. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  7. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zur Maschine)
  8. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

An das Leitungsnetz (Hausinstallation) gebundene Wasserspender
Hygienemängel:

im Wasserspender
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle des Wasserspenders inkl. Verbindungsschlauch
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion des Wasserspenders (i.d.R. durch Fachfirma)
  4. Eventuell Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  5. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  6. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zum Wasserspender)
  7. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

 

Weitere Informationen und Literatur

www.bfr.bund.de unter: „Lebensmittelsicherheit“ → „Mikrobielle Risiken von Lebensmitteln“

www.bmel.de unter: „Themen“ → „Verbraucherschutz“ → „Lebensmittelsicherheit“

www.bvl.bund.de unter: „Arbeitsbereiche“ → „Lebensmittel“→ „Unerwünschte Stoffe und Organismen“

www.laves.niedersachsen.de unter: „Lebensmittel“ → „Lebensmittelhygiene“

www.lgl.bayern.de unter: „Lebensmittel“ → „Hygiene“

www.rki.de unter: „Infektionskrankheiten A-Z“/ „Mikrobiologische Diagnostik A-Z“

www.gesetze-im-internet.de unter: „Gesetze / Verordnungen“ → „TrinkwV

Energie/Wasser-praxis 11/2016 → Hygienische Sicherheit im Verteilungsnetz – Teil 2

Energie/Wasser-praxis 02/2016 → Mikrobiologische Grundlage einzelner trinkwasserrelevanter Erreger und gesundheitliche Aspekte

Steckbrief zu Legionellen im Trinkwasser

Allgemeines
Legionellen sind Bakterien der Gattung Legionella. Sie sind in unserer Umwelt weit verbreitet, insbesondere als natürliches Vorkommen im Grundwasser und in Oberflächengewässern. Legionellen kommen auch in Wasserleitungsnetzen vor, hier findet die Vermehrung von Legionellen vor allem in Ablagerungen und Belägen statt (Biofilme). Legionellen können eine gesundheitliche Gefahr darstellen und lebensgefährliche Lungenentzündungen hervorrufen, wenn Legionellen über z.B. Dampf, Aerosole oder Wasserstöpfchen eingeatmet werden. Die für Erkrankungen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila.


Bei einem positiven Ergebnis von Legionellen sind sofort geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Durch den Gesetzgeber ist die Abwesenheit von Legionellen im Trinkwasser gefordert (0 KBE/100 ml). Ein positiver Befund von Legionellen in einer Trinkwasserprobe nach Trinkwasserverordnung muss dem zuständigen Amt gemeldet werden.

Eigenschaften

  • Stäbchenförmige Bakterien
  • Gram-negativ
  • Oxidase-positiv
  • Katalase-negativ

Herkunft/Auftreten

  • Natürliches Vorkommen im Grundwasser und in Oberflächengewässern, aber auch in künstlichen Wassersystemen (z.B. Wasserleitungen in Gebäuden)

Bedeutung

  • Legionellen sind Krankheitserreger, die beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen können wie z.B. grippeartige Beschwerden oder schwere Lungenentzündungen bis hin zur Todesfolge
  • Legionellosen werden insbesondere durch das Einatmen von fein zerstäubtem oder vernebeltem Wasser (Aerosole) ausgelöst. Typische Ansteckungsquellen sind z.B. Duschen, Wasserschläuche Luftbefeuchter, Wasserhähne sowie industrielle Anlagen wie Verdunstungskühlanlagen. Vorgaben dazu befinden sich in der Trinkwasserverordnung, der VDI 6022 (für RLT-Anlagen) und der Bundes-Immissionsschutzverordnung (42. BImSchV) für Verdunstungskühlanlagen.
  • Beim Trinken von erregerhaltigem Material besteht in der Regel keine Infektionsgefahr, da die Legionellen von der Magensäure abgetötet werden. Dies gilt ebenfalls beim Verzehr von Lebensmitteln, die mit kontaminiertem Wasser in Berührung gekommen sind

Gesetzliche Vorschriften für Trinkwasser

  • Die Trinkwasserverordnung 2023 (TrinkwV) „über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch“ schreibt eine regelmäßige Untersuchung auf Legionellen vor
  • Betroffen sind hiervon Unternehmer und Inhaber von Trinkwasser-Installationen mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, wenn das Wasser gewerblich und/oder öffentlich abgegeben wird und es zusätzlich zu einer Vernebelung des Wassers kommt
  • Bei einer Großanlage handelt es sich dabei einen Speicher-Trinkwassererärmer oder einen zentralen Durchfluss-Trinkwassererärmer mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder von einem Inhalt vom mehr als drei Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererärmers und der entferntesten Entnahmestelle
  • Die öffentliche Abgabe betrifft beispielsweise Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Hotels und Pflegeheime. Diese Einrichtungen sind verpflichtet einmal jährlich auf Legionellen zu untersuchen. Ebenso sind Besitzer/Vermieter von Mehrfamilienhäusern, Wohnbaugesellschaften und Hausverwaltungen betroffen. Für diese beträgt das geforderte Untersuchungsintervall drei Jahre, sofern keine sonstigen Vorgaben seitens der Behörde erfolgen
  • In der Trinkwasserverordnung ist für Legionellen ein Technischer Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 ml festgelegt. Wird dieser Wert überschritten, muss dies an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden
  • Wenn in einem Unternehmen keine gesetzliche Untersuchungspflicht auf Legionellen besteht, empfiehlt sich dennoch eine Prüfung im Rahmen der Sorgfaltspflicht, sofern Duschen vorhanden sind oder anderweitig ein Kontakt mit zerstäubtem oder vernebeltem Wasser auftritt

Krankheitsbild

  • Minimale Infektionsdosis: variiert, eine geringe Anzahl von 102KBE/ml kann schon ausreichend sein
  • Inkubationszeit: meist 24 bis 48 Stunden, kann aber auch bis zu 10 Tage anhalten
  • Erkrankungsdauer: 2 bis 5 Tage, je nach Schweregrad sogar mehrere Wochen
  • Symptome einer schweren Lungenentzündung (Legionellen-Pneumonie): Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, hohes Fieber aber auch Bauchschmerzen, Durchfall und Benommenheit
  • Weitergehende Komplikationen können lebensbedrohlich sein

Beispiele betroffener Wassersysteme

  • Wasserhähne, Duschen, Wasserschläuche (Garten)
  • Luftbefeuchter
  • Verdunstungskühlanlagen
  • Trinkwasser-Installationen mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung

Vermehrungsbedingungen

  • Temperatur
    • Optimum: +30 °C bis 45 °C
    • Minimum: +20 °C
    • Im Allgemeinen keine Vermehrung bei über +60 °C
  • pH-Wert: Wachstum bei pH 5,0 bis 8,5
  • aw-Wert: Vermehrung bei einer Wasseraktivität von nahe 1,0
  • Sauerstoffbedarf: aerob bis mikroaerophil

Abtötung durch Erhitzen und andere technische Maßnahmen

  • Bei +60 °C Wassertemperatur werden die Legionellen in der Regel abgetötet
  • Die Wassertemperatur soll beim Eintritt (Zirkulation) in den Warmwasserspeicher min. +55 °C und beim Austritt min. +60 °C betragen
  • In Kaltwasserspeichern sollte die Temperatur unter <20°C betragen
  • Wasseraustausch nach 7 Tagen, besser nach 3 Tagen Stagnation im Leitungsnetz
  • Ablagerungen und Biofilme entfernen
  • Regelmäßige Reinigung und Desinfektion bzw. Wartung/Austausch von Geräten/Anlagen und Perlatoren/Schläuchen, die an das Trinkwassernetz angeschlossen sind
Mögliche Ursachen für überhöhte Keimzahlen Vorschläge für Maßnahmen

Bei Legionellen in Trinkwasser
Unzureichende Regel-Temperatur am Trinkwasser-Erwärmer und/oder im Leitungsnetz

Stagnation des Wassers bei Nichtnutzung, d.h. Austausch nach 7 Tagen, besser nach als 3 Tagen (ansonsten Gefahr der Biofilmbildung)

Regelmäßiges Durchspülen der Leitungen (Protokolle, Dokumentation prüfen)

Unzureichende Nutzung der Leitung und/oder „Totstränge“ mit Stagnation oder anderen technisch – baulichen Mängeln am Leitungsnetz

Ablagerungen und Biofilme

Verschmutzung/Verschleiß von Geräten/Anlagen und Perlatoren/Schläuchen, die an das Trinkwassernetz angeschlossen sind

  1. Richtigkeit der Prozesse und Temperaturen vor Ort kontrollieren
    1. Die Wassertemperatur soll beim Eintritt (Zirkulation) in den Warmwasserspeicher min. +55 °C und beim Austritt min. +60 °C betragen
    2. In Kaltwasserspeichern sollte die Temperatur unter <20°C betragen
    3. Wasseraustausch nach 7 Tagen, besser nach 3 Tagen Stagnation im Leitungsnetz
  2. Ausreichende Nutzung des Leitungsnetzes kontrollieren
    1. Ablagerungen und Biofilme entfernen
    2. Regelmäßige Reinigung und Desinfektion bzw. Wartung/Austausch von Geräten/Anlagen und Perlatoren/Schläuchen, die an das Trinkwassernetz angeschlossen sin
  3. Erfolgskontrolle durch Nachkontrolle

 

Weitere Informationen und Literatur

www.gesetze-im-internet.de unter: „Gesetze / Verordnungen“ → „TrinkV“

Energie/Wasser-praxis 11/2016 → Hygienische Sicherheit im Verteilungsnetz – Teil 2

Energie/Wasser-praxis 02/2015 → Mikrobiologische Grundlage einzelner trinkwasserrelevanter Erreger und gesundheitliche Aspekte

UBA_Trinkwasser-Ratgeber_2020-04-07

twin09-2014-01

DVGW_Stilllegung von Trinkwasser-Installationen_2020-03-24

Steckbrief zu Clostridium perfringens im Trinkwasser

Allgemeines
Clostridium perfringens gehört zur Gattung der Clostridien, die sporenbildenden Bakterien sind. Die Spore als Dauerform ist gegenüber Desinfektionsmitteln sehr resistent und kann lange Zeitspannen überdauern. Aus der Spore können sich wieder aktive Bakterien bilden. Clostridien sind in der Umwelt weit verbreitet.
In der Trinkwasserverordnung wird die Abwesenheit von Clostridium perfringens (0 KBE/100 ml) gefordert. Bei einem positiven Ergebnis von Clostridium perfringens sind sofort geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ein positiver befund von Clostridium perfringens in einer Trinkwasserprobe nach Trinkwasserverordnung muss dem zuständigen Amt gemeldet werden.

Eigenschaften

  • Stäbchenförmige Bakterien
  • Gram-positiv
  • Oxidase-negativ
  • Katalase-negativ
  • Sporenbildner
  • Toxinbildner

Herkunft / Auftreten

  • Diese Bakterien und deren Sporen sind in unserer Umwelt weit verbreitet (z. B. Erde, Staub, Wasser, Darmtrakt von Tieren und Menschen)

Bedeutung

  • Indikator für eine Kontamination mit z.B. Oberflächenwasser oder Erde
  • Bei Oraler Aufnahme können pathogene C. perfringens-Stämme Enterotoxine bilden und diese während der Sporulation im Darm abgeben

Krankheitsbild

  • Minimale Intoxikationsdosis: in der Regel min. 105 KbE/g (bei Enterotoxinbildung)
  • Inkubationszeit: 8 bis 20 Stunden
  • Erkrankungsdauer: meist 10 bis 24 Stunden
  • Symptome bei Intoxikationen durch Enterotoxine: Diarrhöe mit Unterleibsschmerzen
  • Selten Komplikationen

Vermehrungsbedingungen und Toxinproduktion

  • Temperatur:
    • Optimum: +43 °C bis +47 °C
    • Minimum: +15 °C (abhängig vom Clostridien-Stamm, Ausnahmen sogar bis +4 °C)
    • Im Allgemeinen keine Vermehrung über +58 °C
  • pH-Wert: Wachstum bei pH 5,0 bis 8,0
  • aw-Wert: Vermehrung bei einer Wasseraktivität von min. 0,94
  • Sauerstoffbedarf: (strikt) anaerob (Sporen überleben auch in Abwesenheit von Sauerstoff)
  • Toxinproduktion: abhängig vom Clostridien-Stamm, in der Regel unter optimalen Vermehrungsbedingungen

Abtötung durch Erhitzen

  • Bei +72 °C für min. 2 Minuten Einwirkzeit werden vegetative Bakterien abgetötet (Achtung: Kerntemperatur kontrollieren) → Sporen sind jedoch meist hitzestabil
  • Hitzeresistente Sporen überleben sogar Kochprozesse (Abtötung bei +100 °C für min. 60 Minuten)
  • Das C. perfringens-Enterotoxin, das erst im Darm freigesetzt wird, ist relativ hitzeempfindlich. Inaktivierung bei +60 °C in 5 Minuten
Mögliche Ursachen für überhöhte Keimzahlen Vorschläge für Maßnahmen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser am Wasserauslauf
Wasserauslauf bzw. Armatur verunreinigt (auch Perlator berücksichtigen)
  1. Falls Perlator vorhanden: ausbauen und desinfizieren. Je nach Zustand ersetzen
  2. Verunreinigungen und/oder Biofilme entfernen
  3. Wenn möglich letztes Stück vom Wasserablauf nach der Reinigung zusätzlich abflammen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser (Ursache im Leitungsnetz)
Leitungsnetz (Hausinstallation) verunreinigt, stehendes Wasser im System oder enthält einen Biofilm
  1. Eventuell Stufenuntersuchungen durchführen, um die Stelle der Kontamination im Leitungsnetz besser zu identifizieren
  2. Fachfirma oder Haustechnik mit Ursachenfindung beauftragen
  3. Desinfektion durchführen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser aus Leitungsnetz (Ursache sind eingebaute Teile/Anlagen)
In der Hausinstallation befinden sind verunreinigte Filter und/oder Anlagen zur Wasseraufbereitung (z.B. Wasserenthärtungs- und Aufhärtungsanlagen, Filter-, Destillations-, UV-Systeme)
  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Aufbereitungsanlage
  2. Prüfung der Wartungsintervalle, eventuell Filterwechsel
  3. Fachfirma oder Haustechnik mit Prüfung/Wartung beauftragen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Trinkwasser aus Eigenwasserversorgungsanlagen, d.h. aus eigenen Brunnen und Quellen

Verunreinigung durch Eingriff/Reparatur in der Quellfassung/Brunnenstube

Verunreinigung nach Starkregen (Verunreinigung durch Oberflächenwasser)

Verunreinigung durch Baumängel in der Quellfassung/Brunnenstube (Undichtigkeit, altersbedingte Abnutzungen)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Quellfassung/Brunnenstube und Umgebung
  2. Regelmäßige Kontrolle der Eigenwasserversorgungsanlage, besonders nach möglichen wetterbedingten Einflüssen (Starkregen, lange Trockenheit)
  3. Turnusmäßig die vom Gesundheitsamt geforderte Kontrolle durchführen
  4. Fachfirma in sinnvollen Abständen mit Reinigung und Desinfektion der Quellfassung/Brunnenstube beauftragen
  5. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Scherbeneis, Crushed Eis und Eiswürfeln
Hygienemängel:

in der Maschine inkl. Arbeitsgegenstände
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Maschinen und Verbindungsschläuche. Dazu ist es in der Regel auch erforderlich Teile der Maschinen auseinander zu bauen
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Maschinen und Einzelteile (eventuell durch Fachfirma)
  4. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgegenstände (z.B. Schaufel)
  5. Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  6. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  7. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zur Maschine)
  8. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

An das Leitungsnetz (Hausinstallation) gebundene Wasserspender
Hygienemängel:

im Wasserspender
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser) 
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle des Wasserspenders inkl. Verbindungsschlauch
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion des Wasserspenders (i.d.R. durch Fachfirma)
  4. Eventuell Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  5. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  6. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zum Wasserspender)
  7. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

 

Weitere Informationen und Literatur

www.bfr.bund.de unter: „Lebensmittelsicherheit“ → „Mikrobielle Risiken von Lebensmitteln“

www.bmel.de unter: „Themen“ → „Verbraucherschutz“ → „Lebensmittelsicherheit“

www.bvl.bund.de unter: „Arbeitsbereiche“ → „Lebensmittel“→ „Unerwünschte Stoffe und Organismen“

www.laves.niedersachsen.de unter: „Lebensmittel“ → „Lebensmittelhygiene“

www.lgl.bayern.de unter: „Lebensmittel“ → „Hygiene“

www.rki.de unter: „Infektionskrankheiten A-Z“/ „Mikrobiologische Diagnostik A-Z“

www.gesetze-im-internet.de unter: „Gesetze / Verordnungen“ → „TrinkwV

Energie/Wasser-praxis 11/2016 → Hygienische Sicherheit im Verteilungsnetz – Teil 2

Energie/Wasser-praxis 02/2016 → Mikrobiologische Grundlage einzelner trinkwasserrelevanter Erreger und gesundheitliche Aspekte

Steckbrief zu Pseudomonas aeruginosa im Trinkwasser

Allgemeines
Pseudomonaden gehören zur Familie der Pseudomonaceae. Eine besondere Bedeutung für die Trinkwasserhygiene besitzt Pseudomonas aeruginosa welcher ein häufiger Erreger von sogenannten Krankenhausinfektionen (nosokomialen Krankheitserreger) ist. Pseudomonas aeruginosa ist ein anspruchsloser Mikroorganismus, welcher sich auch bei geringem Nährstoffangebot vermehren kann.
In der Trinkwasserverordnung wird die Abwesenheit von Pseudomonas aeruginosa (0 KBE/100 ml) gefordert. Bei einem positiven Ergebnis von Pseudomonas aeruginosa sind sofort geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ein positiver befund von Pseudomonas aeruginosa in einer Trinkwasserprobe nach Trinkwasserverordnung muss dem zuständigen Amt gemeldet werden.

Eigenschaften

  • Stäbchenförmige Bakterien
  • Gram-negativ
  • Oxidase-positiv
  • Katalase-positiv

Herkunft / Auftreten

  • In unserer Umwelt weit verbreitet (z. B. Erde, Wasser, Pflanzen und Tiere).
  • Überlebt lange in stagnierendem Wasser
  • Oft nach Baumaßnahmen und in neu verlegten Leitungssystemen

Bedeutung

  • In der Wasserhygiene spielt Pseudomonas aeruginosa als Indikatorkeim eine besonders wichtige Funktion. Er deutet im Trinkwasser auf Verunreinigungen und Biofilme hin.
  • In medizinischen Einrichtungen und Krankenhäusern ist Pseudomonas aeruginosa ein besonders gefürchteter Infektionserreger für z. B. Wund – und Harnwegsinfektionen (Verursacher von Krankenhausinfektionen).

Vermehrungsbedingungen

  • Temperatur:
    • Optimum: +25 °C bis +37 °C
    • Minimum: +5 °C
    • Im Allgemeinen keine Vermehrung bei über +50 °C
  • pH-Wert: Wachstum bei pH 5,0 bis 8,0.
  • aw-Wert: Vermehrung bei einer Wasseraktivität von min. 0,95.
  • Sauerstoffbedarf: obligat aerob

Abtötung durch Erhitzen

  • Bei +72 °C für min. 2 Minuten Einwirkzeit (Achtung: Kerntemperatur kontrollieren)
Mögliche Ursachen für überhöhte Keimzahlen Vorschläge für Maßnahmen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser am Wasserauslauf
Wasserauslauf bzw. Armatur verunreinigt (auch Perlator berücksichtigen)
  1. Falls Perlator vorhanden: ausbauen und desinfizieren. Je nach Zustand ersetzen
  2. Verunreinigungen und/oder Biofilme entfernen
  3. Wenn möglich letztes Stück vom Wasserablauf nach der Reinigung zusätzlich abflammen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser (Ursache im Leitungsnetz)
Leitungsnetz (Hausinstallation) verunreinigt, stehendes Wasser im System oder enthält einen Biofilm
  1. Eventuell Stufenuntersuchungen durchführen, um die Stelle der Kontamination im Leitungsnetz besser zu identifizieren
  2. Fachfirma oder Haustechnik mit Ursachenfindung beauftragen
  3. Desinfektion durchführen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser aus Leitungsnetz (Ursache sind eingebaute Teile/Anlagen)
In der Hausinstallation befinden sind verunreinigte Filter und/oder Anlagen zur Wasseraufbereitung (z.B. Wasserenthärtungs- und Aufhärtungsanlagen, Filter-, Destillations-, UV-Systeme
  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Aufbereitungsanlage
  2. Prüfung der Wartungsintervalle, eventuell Filterwechsel
  3. Fachfirma oder Haustechnik mit Prüfung/Wartung beauftragen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Trinkwasser aus Eigenwasserversorgungsanlagen, d.h. aus eigenen Brunnen und Quellen

Verunreinigung durch Eingriff/Reparatur in der Quellfassung/Brunnenstube

Verunreinigung nach Starkregen (Verunreinigung durch Oberflächenwasser)

Verunreinigung durch Baumängel in der Quellfassung/Brunnenstube (Undichtigkeit, altersbedingte Abnutzungen)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Quellfassung/Brunnenstube und Umgebung
  2. Regelmäßige Kontrolle der Eigenwasserversorgungsanlage, besonders nach möglichen wetterbedingten Einflüssen (Starkregen, lange Trockenheit)
  3. Turnusmäßig die vom Gesundheitsamt geforderte Kontrolle durchführen
  4. Fachfirma in sinnvollen Abständen mit Reinigung und Desinfektion der Quellfassung/Brunnenstube beauftragen
  5. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Scherbeneis, Crushed Eis und Eiswürfeln
Hygienemängel:

in der Maschine inkl. Arbeitsgegenstände
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Maschinen und Verbindungsschläuche. Dazu ist es in der Regel auch erforderlich Teile der Maschinen auseinander zu bauen
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Maschinen und Einzelteile (eventuell durch Fachfirma)
  4. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgegenstände (z.B. Schaufel)
  5. Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  6. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  7. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zur Maschine)
  8. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

An das Leitungsnetz (Hausinstallation) gebundene Wasserspender
Hygienemängel:

im Wasserspender
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle des Wasserspenders inkl. Verbindungsschlauch
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion des Wasserspenders (i.d.R. durch Fachfirma)
  4. Eventuell Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  5. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  6. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zum Wasserspender)
  7. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

 

Weitere Informationen und Literatur

www.bfr.bund.de unter: „Lebensmittelsicherheit“ → „Mikrobielle Risiken von Lebensmitteln“

www.bmel.de unter: „Themen“ → „Verbraucherschutz“ → „Lebensmittelsicherheit“

www.bvl.bund.de unter: „Arbeitsbereiche“ → „Lebensmittel“→ „Unerwünschte Stoffe und Organismen“

www.laves.niedersachsen.de unter: „Lebensmittel“ → „Lebensmittelhygiene“

www.lgl.bayern.de unter: „Lebensmittel“ → „Hygiene“

www.rki.de unter: „Infektionskrankheiten A-Z“/ „Mikrobiologische Diagnostik A-Z“

www.gesetze-im-internet.de unter: „Gesetze / Verirdungen“ → „TrinkwV

Energie/Wasser-praxis 11/2016 → Hygienische Sicherheit im Verteilungsnetz – Teil 2

Energie/Wasser-praxis 02/2016 → Mikrobiologische Grundlage einzelner trinkwasserrelevanter Erreger und gesundheitliche Aspekte

Steckbrief zur Koloniezahl bei +22 °C und +36 °C im Trinkwasser

Allgemeines
Die Koloniezahl bei +22 °C und +36 °C wird häufig auch als „Gesamtkeimzahl“ bezeichnet. Sie gibt Auskunft über die Anzahl der Mikroorganismen im Leitungswasser, die sich unter aeroben Bedingungen bei den Untersuchungstemperaturen von +22 °C bzw. +36 °C optimal vermehren.

  • Spezifischere Informationen zu wichtigen Mikroorganismen in Trinkwasser: siehe weitere Steckbriefe

Herkunft / Auftreten

  • Die Untersuchung Koloniezahl bei +22 °C und +36 °C deckt eine Vielzahl unterschiedlicher Mikroorganismen ab. Die Ursache für das Auftreten und die Herkunft ist je nach Mikroorganismus unterschiedlich (z.B. Erde, Pflanzen, Tiere, Menschen)

Bedeutung allgemein

  • Trinkwasser ist nicht keimfrei und eine gewisse Koloniezahl ist unvermeidbar
  • Eine erhöhte Koloniezahl bedeutet zwar keine direkte Gesundheitsgefährdung, ist aber ein Signal für eine negative Veränderung, die behoben werden muss

Bedeutung Koloniezahl bei +22 °C

  • Bei diesem Parameter wird das Trinkwasser auf die natürliche Keimbelastung getestet
  • Eine Überschreitung dieses Parameters deutet auf eine negative Veränderung der Betriebsbedingungen im Leitungsnetz hin wie z.B. Ablagerungen, erhöhte Nährstoffverfügbarkeit, Störung des Biofilms

Bedeutung Koloniezahl bei +36 °C

  • Dieser Parameter ist im Trinkwasser ein Indikator für eine von außen in das Leitungsnetz eingetragene Kontamination. Bei diesen Keimen kann es sich auch um potenziell pathogene Mikroorganismen handeln
  • Eine Überschreitung dieses Parameters deutet auf eine externe Kontamination hin wie z.B. das Eindringen von Insekten, Erde, Pflanzen oder den Eintrag von Fäkalverunreinigungen

Vermehrungsbedingungen

  • Temperatur:
    • Optimum: zwischen +20 °C und +40 °C
    • Minimum: meist +5 bis +10 °C (abhängig vom Vertreter, Ausnahmen sogar bis 0°C)
    • Im Allgemeinen keine Vermehrung über +50 °C (Ausnahme sind thermophile Bakterien)
  • pH-Wert: Wachstum im Allgemeinen bei 5,0 bis 9,0 (abhängig vom Vertreter, auch bei deutlich niedrigeren pH-Werten)
  • aw-Wert: die meisten Bakterien vermehren sich bei mittlerer bis hoher Wasseraktivität von min. 0,88 (in seltenen Fällen auch bei deutlich niedrigeren aw-Werten)
  • Sauerstoffbedarf: Wachstum vieler Bakterien mit und ohne Sauerstoff (fakultativ anaerob). Es gibt aber auch Bakterien, die sich nur unter aeroben oder anaeroben Bedingungen vermehren können.

Abtötung durch Erhitzen

  • Die meisten Mikroorganismen sterben bei +72 °C für min. 2 Minuten ab (Achtung: Kerntemperatur kontrollieren)
Mögliche Ursachen für überhöhte Keimzahlen Vorschläge für Maßnahmen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser am Wasserauslauf
Wasserauslauf bzw. Armatur verunreinigt (auch Perlator berücksichtigen)
  1. Falls Perlator vorhanden: ausbauen und desinfizieren. Je nach Zustand ersetzen
  2. Verunreinigungen und/oder Biofilme entfernen
  3. Wenn möglich letztes Stück vom Wasserablauf nach der Reinigung zusätzlich abflammen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Trinkwasser oder Prozesswasser (Ursache im Leitungsnetz)
Leitungsnetz (Hausinstallation) verunreinigt, stehendes Wasser im System oder enthält einen Biofilm

  1. Eventuell Stufenuntersuchungen durchführen, um die Stelle der Kontamination im Leitungsnetz besser zu identifizieren
  2. Fachfirma oder Haustechnik mit Ursachenfindung beauftragen
  3. Desinfektion durchführen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser aus Leitungsnetz (Ursache sind eingebaute Teile/Anlagen)
In der Hausinstallation befinden sind verunreinigte Filter und/oder Anlagen zur Wasseraufbereitung (z.B. Wasserenthärtungs- und Aufhärtungsanlagen, Filter-, Destillations-, UV-Systeme)
  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Aufbereitungsanlage
  2. Prüfung der Wartungsintervalle, eventuell Filterwechsel
  3. Fachfirma oder Haustechnik mit Prüfung/Wartung beauftragen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Trinkwasser aus Eigenwasserversorgungsanlagen, d.h. aus eigenen Brunnen und Quellen

Verunreinigung durch Eingriff/Reparatur in der Quellfassung/Brunnenstube

Verunreinigung nach Starkregen (Verunreinigung durch Oberflächenwasser)

Verunreinigung durch Baumängel in der Quellfassung/Brunnenstube (Undichtigkeit, altersbedingte Abnutzungen)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Quellfassung/Brunnenstube und Umgebung
  2. Regelmäßige Kontrolle der Eigenwasserversorgungsanlage, besonders nach möglichen wetterbedingten Einflüssen (Starkregen, lange Trockenheit)
  3. Turnusmäßig die vom Gesundheitsamt geforderte Kontrolle durchführen
  4. Fachfirma in sinnvollen Abständen mit Reinigung und Desinfektion der Quellfassung/Brunnenstube beauftragen
  5. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Scherbeneis, Crushed Eis und Eiswürfeln
Hygienemängel:

in der Maschine inkl. Arbeitsgegenstände
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Maschinen und Verbindungsschläuche. Dazu ist es in der Regel auch erforderlich Teile der Maschinen auseinander zu bauen
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Maschinen und Einzelteile (eventuell durch Fachfirma)
  4. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgegenstände (z.B. Schaufel)
  5. Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  6. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  7. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zur Maschine)
  8. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

An das Leitungsnetz (Hausinstallation) gebundene Wasserspender
Hygienemängel:

im Wasserspender
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle des Wasserspenders inkl. Verbindungsschlauch
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion des Wasserspenders (i.d.R. durch Fachfirma)
  4. Eventuell Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  5. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  6. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zum Wasserspender)
  7. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

 

Weitere Informationen und Literatur

www.gesetze-im-internet.de unter: „Gesetze / Verordnungen“ → „TrinkV“

Energie/Wasser-praxis 11/2016 → Hygienische Sicherheit im Verteilungsnetz – Teil 2

Energie/Wasser-praxis 02/2015 → Mikrobiologische Grundlage einzelner trinkwasserrelevanter Erreger und gesundheitliche Aspekte

Steckbrief zu Escherichia coli (E. coli) im Trinkwasser

Allgemeines
Escherichia coli (E. coli) gehört zur Familie der Enterobacteriaceae und ist ein natürlicher Darmbewohner bei Mensch und Tier. Durch die lange Überlebensfähigkeit in der Umwelt, in Biofilmen deutet jedoch nicht jedes Auftreten von E. coli unmittelbar auf eine Fäkalkontamination hin Eine Fäkalkontamination muss jedoch in Betracht gezogen werden.
In der Trinkwasserverordnung wird die Abwesenheit von E. coli (0 KBE/100 ml) gefordert. Bei einem positiven Ergebnis von E. coli sind sofort geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ein positiver befund von E. Coli in einer Trinkwasserprobe nach Trinkwasserverordnung muss dem zuständigen Amt gemeldet werden.

Eigenschaften

  • Stäbchenförmige Bakterien
  • Gram-negativ
  • Oxidase-negativ
  • Katalase-positiv

Herkunft / Auftreten

  • Natürlicher Bewohner des Darmtrakts bei Menschen und Tieren
  • Durch die lange Überlebensfähigkeit einiger Vertreter sind E. Coli Bakterien auch in der Erde und in Oberflächengewässern zu finden

Bedeutung

  • Hygieneindikator für gravierende Hygienemängel eventuell auch Fäkalverunreinigungen
  • Indikator für potenzielle Gesundheitsgefährdungen durch einige E. coli Stämme (z.B. STEC/EHEC) welche schwerwiegende teils auch tödliche Krankheitsverläufe verursachen können

Vermehrungsbedingungen

  • Temperatur:
    • Optimum: +30 °C bis +37 °C
    • Minimum: +7 °C
    • Im Allgemeinen keine Vermehrung über +50 °C
  • pH-Wert: Wachstum bei 4,4 bis 9,0
  • aw-Wert: Vermehrung bei hoher Wasseraktivität von min. 0,95
  • Sauerstoffbedarf: Wachstum mit und ohne Sauerstoff (fakultativ anaerob)

Abtötung durch Erhitzen

  • Bei +72 °C für min. 2 Minuten Einwirkzeit (Achtung: Kerntemperatur kontrollieren)

  

Mögliche Ursachen für überhöhte Keimzahlen Vorschläge für Maßnahmen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser am Wasserauslauf
Wasserauslauf bzw. Armatur verunreinigt (auch Perlator berücksichtigen)
  1. Falls Perlator vorhanden: ausbauen und desinfizieren. Je nach Zustand ersetzen
  2. Verunreinigungen und/oder Biofilme entfernen
  3. Wenn möglich letztes Stück vom Wasserablauf nach der Reinigung zusätzlich abflammen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser (Ursache im Leitungsnetz)
Leitungsnetz (Hausinstallation) verunreinigt, stehendes Wasser im System oder enthält einen Biofilm
  1. Eventuell Stufenuntersuchungen durchführen, um die Stelle der Kontamination im Leitungsnetz besser zu identifizieren
  2. Fachfirma oder Haustechnik mit Ursachenfindung beauftragen
  3. Desinfektion durchführen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser aus Leitungsnetz (Ursache sind eingebaute Teile/Anlagen)
In der Hausinstallation befinden sind verunreinigte Filter und/oder Anlagen zur Wasseraufbereitung (z.B. Wasserenthärtungs- und Aufhärtungsanlagen, Filter-, Destillations-, UV-Systeme)
  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Aufbereitungsanlage
  2. Prüfung der Wartungsintervalle, eventuell Filterwechsel
  3. Fachfirma oder Haustechnik mit Prüfung/Wartung beauftragen
  4. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Trinkwasser aus Eigenwasserversorgungsanlagen, d.h. aus eigenen Brunnen und Quellen

Verunreinigung durch Eingriff/Reparatur in der Quellfassung/Brunnenstube

Verunreinigung nach Starkregen (Verunreinigung durch Oberflächenwasser)

Verunreinigung durch Baumängel in der Quellfassung/Brunnenstube (Undichtigkeit, altersbedingte Abnutzungen)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Quellfassung/Brunnenstube und Umgebung
  2. Regelmäßige Kontrolle der Eigenwasserversorgungsanlage, besonders nach möglichen wetterbedingten Einflüssen (Starkregen, lange Trockenheit)
  3. Turnusmäßig die vom Gesundheitsamt geforderte Kontrolle durchführen
  4. Fachfirma in sinnvollen Abständen mit Reinigung und Desinfektion der Quellfassung/Brunnenstube beauftragen
  5. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

Bei Scherbeneis, Crushed Eis und Eiswürfeln
Hygienemängel:

in der Maschine inkl. Arbeitsgegenstände
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle der Maschinen und Verbindungsschläuche. Dazu ist es in der Regel auch erforderlich Teile der Maschinen auseinander zu bauen
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Maschinen und Einzelteile (eventuell durch Fachfirma)
  4. Gründliche Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgegenstände (z.B. Schaufel)
  5. Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschenVerunreinigte
  6. Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  7. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zur Maschine)
  8. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

An das Leitungsnetz (Hausinstallation) gebundene Wasserspender
Hygienemängel:

im Wasserspender
oder

im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser)
oder

im Leitungsnetz (Hausinstallation)

  1. Ausführliche visuelle Kontrolle des Wasserspenders inkl. Verbindungsschlauch
  2. Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
  3. Gründliche Reinigung und Desinfektion des Wasserspenders (i.d.R. durch Fachfirma)
  4. Eventuell Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
  5. Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
  6. Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zum Wasserspender)
  7. Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen

 

Weitere Informationen und Literatur

www.bfr.bund.de unter: „Lebensmittelsicherheit“ → „Mikrobielle Risiken von Lebensmitteln“

www.bmel.de unter: „Themen“ → „Verbraucherschutz“ → „Lebensmittelsicherheit“

www.bvl.bund.de unter: „Arbeitsbereiche“ → „Lebensmittel“→ „Unerwünschte Stoffe und Organismen“

www.laves.niedersachsen.de unter: „Lebensmittel“ → „Lebensmittelhygiene“

www.lgl.bayern.de unter: „Lebensmittel“ → „Hygiene“

www.rki.de unter: „Infektionskrankheiten A-Z“/ „Mikrobiologische Diagnostik A-Z“

www.gesetze-im-internet.de unter: „Gesetze / Verordnungen“ → „TrinkwV

Energie/Wasser-praxis 11/2016 → Hygienische Sicherheit im Verteilungsnetz – Teil 2

Energie/Wasser-praxis 02/2016 → Mikrobiologische Grundlage einzelner trinkwasserrelevanter Erreger und gesundheitliche Aspekte

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